Ein Plädoyer für Privatinitiative in der Begabtenförderung

Worauf kommt es beim Umgang mit hochbegabten Kindern an ?

Ein Resümee eines langjährigen Engagements in der Begabtenförderung.

Begabtenförderung ist wichtig, für die jungen Menschen selbst, aber auch für die Gesellschaft als
Ganzes, die es sich nicht leisten kann, ihre klügsten Köpfe regelrecht verkümmern zu lassen. Auch wenn
das Verständnis für die Bedürfnisse begabter Kinder zugenommen hat, kann das Regelschulsystem
diesen meist nicht gerecht werden. Privatinitiativen wie das Kinder-College im rheinland-pfälzischen
Koblenz stoßen in diese Lücke und bieten begabten Kindern – vom Kleinkind bis zum Jugendlichen –
seit nunmehr fast 25 Jahren die intellektuelle und emotionale Heimat, die sie für ihre Entwicklung und
ihr Wohlbefinden dringend benötigen. Entwickelt hat das erfolgreiche Konzept die Pädagogin und
Psychologin Helga Thieroff, die sich mit Engagement, Elan und beispielloser Durchhaltekraft seit 35
Jahren für hochbegabte Kinder einsetzt und auch deren Familien mit Rat und Tat zur Seite steht. Nun
gibt die Grand Dame der Hochbegabtenförderung ihr erfolgreiches Konzept und ihren Wissensschatz
an die Nachwelt weiter.

Pressemitteilung

Helga Thieroff | Dranbleiben! Ein Plädoyer für Privatinitiative in der Begabtenförderung | Jubiläumsband | LIT-Verlag Dr. W. Hopf Berlin 2024,

ISBN 978-3-643-15615-0

Die Originalität der Hochbegabten

Wie wirkt sich hohe Begabung auf den eigenen Lebensentwurf aus? Welcher Persönlichkeitsmerkmale und äußerer Umstände bedarf es, damit hohes Potenzial in eine erfolgreiche Biografie umgemünzt werden kann?

Diesen Fragen geht Helga Thieroff in ihrem neuen Buch, einer Sammlung (auto)biografischer Erzählungen, nach.

Sie porträtiert außergewöhnliche Kinder und leistungsstarke Erwachsene, Männer und Frauen aus der Mitte der Gesellschaft, die originelle, begeisternde Biografien vorweisen können – Biografien, die zum Nachdenken über die Kraft des selbstverantwortlichen Handelns anregen und Impulse für die Gestaltung des eigenen Lebensweges geben.

Helga Thieroff | Die Originalität der Hochbegabten | Ausgewählte Lebensentwürfe | LIT-Verlag Münster 2021,

brosch., 156 S., 19,90 €

ISBN 978-3-643-15004-2

25 Jahre Kinder - College Der große Fest-Akt auf Burg Namedy

Das Kinder-College beging am 16.03.2025 sein 25. Gründungsjubiläum mit einer Feierstunde in würdigem Ambiente auf Schloss Burg Namedy. Etwa 200 Gäste, darunter als Ehrengäste die Schlossherrin Heide Prinzessin von Hohenzollern, Isabelle Fürstin zu Wied und Bettina Brück, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, wohnten im eleganten Spiegelsaal der Burg einer hochkarätigen Veranstaltung unter der Mitwirkung namhafter Redner aus Politik und Wissenschaft bei. Von Seiten der Schülerschaft des Kinder-College schilderten Tim Brengmann (14 Jahre) und Baylee Brehm (9 Jahre) in geradezu professionell vorgetragenen Reden bzw. Vorträgen ihre eigene Sicht auf Hochbegabung und die Bedeutung der Begabtenförderung. Das musikalische Rahmenprogramm wurde von den Künstlerinnen Sophie Moser (Violine) und Katerina Yazhova (Klavier) bestritten, die das Publikum mit virtuos aufgeführten Stücken verschiedener Komponisten begeisterten. Als Moderatorin führte Kosima Köpke, eine junge Hochbegabte mit langjähriger Verbundenheit zum Kinder-College und seiner Leiterin Helga Thieroff, gekonnt durch den Festnachmittag.

Den Auftakt zur Veranstaltung gab der vierzehnjährige Tim Brengmann mit einem engagierten Appell an die Versammelten und insbesondere auch an die Politik, die Belange von Hochbegabten nicht aus den Augen zu verlieren. In Anschluss wandte sich Staatsministerin Brück mit anerkennenden, warmen Worten an die Vertreter des Kinder-College und insbesondere dessen Leiterin, um auch im Namen der Ministerin zu gratulieren und weitere finanzielle Unterstützung von Seiten der Landesregierung zuzusagen. Nach ihrer Rede führte Frau Brück wichtige Ehrungen im Auftrag des Kinder-College-Vorstandes durch, die an fünf Mitarbeiter und Wegbegleiter der ersten Stunde gingen. Anschließend sprach die neunjährige Baylee Brehm als selbst Betroffene über die Herausforderungen der Hochbegabung. Ein besonderes Highlight des Nachmittags waren die Fachvorträge der Professorinnen Kirsi Tirri (Universität Helsinki) und Dagmar Bergs-Winkels (Alice Salomon Hochschule Berlin). Prof. Tirri referierte über die Bedeutung eines ganzheitlichen Förderkonzepts für Hochbegabte, während Prof. Bergs-Winkels das innovative Fördermodell des Kinder-College aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtete und einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen der Begabtenförderung gab.

Nach dem Festakt lud das Kinder-College-Team Groß und Klein zu Empfang und Austausch ein. Die Veranstaltung endete mit einer sehenswerten Darbietung des Zauberkünstlers Andino, bei der auch junge Teilnehmer seines Zauberworkshops ihr Können unter Beweis stellen konnten.

Biografisches Sachbuch

2016 erschien im LIT-Verlag (ISBN 987-3-643-13502-5) das von Kinder-College-Leiterin Helga Thieroff verfasste biografische Sachbuch „Vom Schmerz der Hochbegabung – Mein Sohn, der anders war“, in dem die Autorin die von Hochs und Tiefs geprägte Lebensgeschichte ihres eigenen hochbegabten Sohnes Kai nacherzählt – von der Geburt bis zu dessen Freitod im Alter von 21 Jahren. Kais Biografie zeigt „trotz der Tragik, die sie in sich trägt, vor allem eines: Dass es sich lohnt, für diese Kinder zu kämpfen, dass selbst Schulabbrecher neu motiviert werden können, wenn man sich als Eltern nicht scheut, ,zwischen den Welten‘ zu vermitteln und Kompromisse, die für das Kind akzeptabel sind, auszuloten.“

„Das Schicksal Ihres Sohnes tut mir sehr leid, vor allem da ich nachvollziehen kann, was er durchgemacht hat und wie viel Sie gekämpft haben müssen, um ihn durch die Schule zu bringen. Ich habe tiefen Respekt vor seiner Entschlossenheit, zu seinen Prinzipien zu stehen, auch wenn das letztendlich zum vorzeitigen Ende seines Lebens geführt hat. Ich wollte Sie nur wissen lassen, dass sein Schicksal in Ihrem Buch niedergeschrieben viele Menschen bewegen kann. Es hat mir neue Kraft gegeben, neue Entschlossenheit und ich hoffe, dass Ihre Geschichte auch viele der Menschen aufrüttelt, die immer noch denken, dass Hochbegabung Musterschüler und herausragende Leistungen bedeutet, und nicht erkennen, dass die mangelnde Förderung und Hilfe besonders für hochbegabte Kinder ein ernsthaftes Problem darstellt.“
Leserbrief der 14-jährigen, hochbegabten Nele als Reaktion auf Kais Geschichte