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Diagnostik 2017-09-18T07:10:40+00:00

Diagnostik

Hochbegabung ist zunächst nichts anderes als die Fähigkeit („das Potenzial“), Leistungen zu erbringen und damit keinesfalls gleichzusetzen mit hoher Leistung selbst. Damit außergewöhnliche Begabungen tatsächlich in außergewöhnliche Leistungen umgesetzt werden können, sind neben der hohen Intelligenz des Kindes weitere Faktoren notwendig: Kreativität, Motivation, soziale Kompetenz, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und nicht zuletzt ein liebevolles, herausforderndes Umfeld, das das Kind anerkennt und optimal unterstützt.

Voraussetzung für eine optimale Förderung hochbegabter Kinder ist jedoch, dass die Hochbegabung erst einmal erkannt wird. Und genau dabei tun sich viele Eltern, Erzieher und selbst einige Lehrer nach wie vor schwer. Es gibt einige Hinweise und Kriterien, die auf eine Hochbegabung hindeuten können, aber nicht zwangsläufig müssen:

  • Außergewöhnlich frühe Entwicklung der Motorik und der Feinmotorik, hohes Energieniveau
  • Frühzeitiges Sprechen, reicher Wortschatz, richtiger Gebrauch der Grammatik
  • Besonders frühe Entwicklung eines realistischen Selbstkonzepts und der Persönlichkeit
  • Produktives und unabhängiges Denken, kein unkritisches Akzeptieren von „Autoritäten“
  • ausgeprägtes Interesse an „Erwachsenenthemen“ wie Politik, Religion, Philosophie, Umweltfragen oder Gerechtigkeit in der Welt
  • Interesse an speziellen Problemstellungen, Langeweile bei Routineaufgaben
  • Frühes Interesse an Zahlen und Buchstaben, frühe Lesefähigkeit
  • Gute Konzentrationsfähigkeit
  • Wissbegierde, intellektuelle Neugier und Forscherdrang
  • Frühe Fähigkeit, sich in die Motive, Gefühle und das Verhalten anderer hineinzuversetzen

Wird bei einem Kind eine hohe Begabung vermutet, beispielsweise aufgrund der genannten Kriterien, sollte die endgültige Diagnose kompetenten Experten überlassen bleiben. Diese sollten nicht nur die Anwendung von Intelligenztests und die Begabungsdiagnostik beherrschen, sondern auch über Erfahrung mit diesen Kindern verfügen.

Erfahrene Experten führen mit den Kindern einen standardisierten Intelligenztest durch, der einen möglichst objektiven Vergleich mit Kindern gleichen Alters erlaubt. Er wird in der Regel ab einem Alter von sechs Jahren empfohlen. Gegebenenfalls kann auch bei Kindern ab vier Jahren eine Potenzialanalyse durchgeführt werden, etwa wenn Probleme im Kindergarten auftreten, wenn ein Förderkonzept erstellt werden soll oder wenn eine zeitgerechte Einschulung angestrebt wird.

Von Hochbegabung spricht man üblicherweise dann, wenn die im Test ermittelte Intelligenzleistung des Kindes besser ist als bei 98 Prozent der gleichaltrigen Kinder (Prozentrang 98). Dies entspricht einem IQ von mindestens 130. Erreicht ein Kind ein solches Testergebnis, dann ist es hochbegabt und sollte entsprechend gefördert werden. An den Test sollte sich immer ein Beratungsgespräch mit den Eltern anschließen, in dem die Eltern über spezielle Fragen des Umgangs mit hochbegabten Kindern und geeignete Fördermaßnahmen informiert werden.